Anfang Juni ´02 bemerkte ich, daß Püchen etwas sabberte. Ich dachte mir nichts böses, nahm
Sie mit zum Tierarzt, indem Glauben die Zähne müssten mal wieder gemacht werden.
Leider sollte sich diese Idee als Irrglauben erweisen !
Es handelte sich um einen sehr aggressiven Zungentumor ( plattenepitheliales Karzinom)
–nicht heilbar !
Nach dieser Diagnose war ich wie betäubt, mein Püchen sollte doch uralt werden, wie konnte
das sein ? - Zungenkrebs – hatte ich vorher bei Katzen noch nie gehört !
Meine Tierärztin gab uns noch max. 2 Wochen, da der Tumor innerhalb weniger Tage ( vom
feststellen bis zur Biopsie waren nur wenige Tage vergangen) rasant wuchs !
Nachdem der erste Heulkrampf überstanden war, regte sich die alt bekannte Kämpfernatur in
mir wieder. Also habe ich meine Tierärztin nach einem Spezialisten – Onkologen – gefragt und
siehe da es gab einen in Hamburg.
Ich habe sofort dort angerufen, die Situation geschildert und bekam noch am gleichen Tag
einen Termin. In der Zwischenzeit sind sämtliche Befunde von Minou von meiner Tierärztin
dorthin gefaxt worden, da Sie selbstverständlich bereit war mit zu kämpfen und zu
kooperieren.
Die Diagnose wurde bestätigt, woran ich leider auch nie zweifelte, da ich eine überaus
kompetente Tierärztin habe , die solchen Verdacht nie ohne entsprechenden Befund äußern
würde.
Schneiden war nicht möglich, auch das wusste ich bereits – was nun ?
Es gab die Möglichkeit der Interleukin-Therapie , dafür durfte der Tumor aber nicht gestreut
haben, d.h. bereits andere Organe befallen haben.
Also wurde geröntgt – alles war frei – keine Streuung !
Es gab eine Lösung, zumindest ein Versuch und den wollte ich wagen. Das Mittel wurde unter
Narkose in den Tumor gespritzt , um ihn von innen zu zerstören.
Daraufhin folgten 2 bange Wochen, Minou war super tapfer, ließ sich ganz lieb füttern,
schlief´ jede Nacht auf meiner Brust und schnurrte. Sie suchte ständig meine Nähe, obwohl
ich Sie komplett füttern musste, aber Sie wollte leben, mit mir kämpfen und das taten wir.
Nach 2 Wochen war der Tumor verschwunden, hatte sich aufgelöst. Es war ein Wunder und wir
hatten es bewirkt, zumindest ein kleines.
Minou fing wieder an zu fressen, sogar Herz konnte sie wieder beißen, lief im Garten rum und
genoss das Leben. Wir hatten von Anfang Juli bis Mitte September einen tollen Sommer.
Ich genoss jede Minute mit Minou, hatten wir doch einen kostbaren Aufschub erhalten und den
nutzten wir auch aus.
Denn im September kam der Tumor leider wieder, nur diesmal nicht erbsengroß vor dem
Zungenbändchen, sondern er hatte sich mehr oder minder im Rachenraum verstreut.
Ich war verzweifelt - nahm Minou und stellte Sie noch mal meiner Tierärztin vor, die
wiederum die Spezialisten befragte, ob wir noch einen Versuch wagen sollten.
Da es beim 1. Mal so toll gewirkt hatte entschlossen wir uns zum 2. Versuch – in der
Hoffnung den Tumor nun komplett zu zerstören.
Also wieder füttern „ Tag und Nacht“ , aber diesmal konnte ich keine nekrotischen Abgänge
des Tumors feststellen. Wir fütterten weiter und hofften es dauert diesmal bloß etwas länger.
Diese Hoffnung sollte sich leider als Wunschtraum herausstellen.
Aber da Minou sich brav von mir füttern und pflegen ließ, weiterhin jede Nacht bei mir
schlief und schnurrte, fütterte ich weiter, auch wenn der Tumor uns nicht den Gefallen tat
zu verschwinden.
Erst als Minou mir deutlich zeigte, nun möchte ich nicht mehr leben – von einem auf den
anderen Tag – indem Sie sich nicht mehr füttern ließ war klar, nun mussten wir den letzten
Schritt gehen.
Am 17. Dezember kam meine Tierärztin, um diesen schweren Weg mit uns zu gehen.
Minou war in meinen Armen und schlief friedlich in Ihrem geliebten Zuhause, im Beisein
Ihrer Katzenfamilie und mir, ein.